Neues Schloss Neustadt

Das "Neue Schloss" ist das markante Gebäude in einem seit mehreren Jahrhunderten bebauten Komplex am nördlichen Ende der Burgstraße in Neustadt am Harz - in Sichtweite der ehemaligen Burg Hohnstein. Das Neue Schloss steht historisch im Kontext zu den angrenzenden Gebäuden, wie dem Verwalterhaus und den massiven Gebäuden der Domäne.

Heute grenzt im Süden der Kurpark an das Gebäude. Nur wenige Meter nördlich liegt der romantische Gondelteich. Die exponierte Lage lässt eine Sanierung umso dringender erscheinen, da der schlechte Zustand des Hauses, aber auch die Arbeiten, jedem Besucher sofort ins Auge fallen. Weitere Gebäude in unmittelbarer Nähe ergänzen das Bild eines herrschaftlichen Anwesens und wurden bereits durch ihre Besitzer denkmalgerecht saniert und stimmig gestaltet.

Wir möchten Ihnen hier die Geschichte und Gegenwart des neuen Schlosses näher bringen, und so auch Mitglieder für den Förderverein gewinnen oder Sponsoren und Investoren auf das Projekt aufmerksam zu machen.

Zur Geschichte

Obwohl das Neue Schloss immer im Ortsbild präsent war und auch über lange Zeit genutzt wurde, war dessen Geschichte bislang nicht lückenlos geklärt. Selbst die Bezeichnung "Neues Schloss" geriet in Vergessenheit. Erst in den letzten Jahren konnte dessen Historie umfassend erforscht und dokumentiert werden.  Wichtige Erkenntnisse lieferten die Recherchen von Heimatforscher Rupert Ströbele (Sohn des letzten Inspektors) sowie die fundierte Bauhistorische Untersuchung durch Wittwar Tomaschek aus Weimar.

Das Amt Hohnstein

Auf dem heutigen Grundstück Burgstraße 34 befand sich mit Ersterwähnung in einer Urkunde 1503 das Vorwerk der Burg Hohnstein. Die Verwaltung des Amtes Hohnstein war nach derselben Urkunde auf der Burg selbst eingerichtet. Nach der Brandverwüstung der Burg bzw. des Schlosses 1627 musste das Amt verlegt werden. 1684 wird ein Amtsgebäude in Neustadt beschrieben, das aber nicht genauer lokalisiert ist.

Spätestens mit der Errichtung des Neuen Schlosses 1734/35 war in diesem Gebäude das Amt Hohnstein untergebracht, zusammen mit der Kanzlei im Erdgeschoss. In den Obergeschossen befanden sich temporär genutzte herrschaftliche Wohnungen. Eine räumliche Scheidung des Amtes Hohnstein und der Verwaltung des Gutshofes (der wohl so genannten Domäne) ist anzunehmen. Der Ort dieses Kontors der Domäne ist nicht bekannt. In Frage kommen ein Raum im Erdgeschoss des Neuen Schlosses oder des Verwalterhauses.

Nach der Verlegung des Amtes Hohnstein von Neustadt nach Ilfeld 1859 war das Neue Schloss nur noch Herrenhaus und Domänenverwaltung.

Das Neue Schloss

Foto von Süden, Parkseite (Quelle: Ströbele)
Foto von Süden, Parkseite (Quelle: Ströbele)

Das Neue Schloss war im Winter 1734/35 "unter Dach". Die bisherige Datierung 1743/44 dürfte auf Johann Christoph Sieckel zurückgehen, der in seiner Veröffentlichung 1750 des vor ohngefehr 6. Jahren neu erbaueten Hochgräflichen Stolbergischen Schlosses zu Neustadt gedenkt. Da Sieckel seine Beschreibung wohl nach einem Besuch vor Ort 1749 abgefasst hat, ergibt sich die Datierung 1743/44, zumal die inschriftliche Datierung ANO 1743 eines in der Westwand (zum Hardtbach) des benachbarten ehemaligen Verwalterhauses vermauerten Kalk-Bruchsteines als Erbauungsdatum des Neuen Schlosses in Anspruch genommen worden ist.

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